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Trompeter von Säckingen

 

"Der Trompeter von Säkkingen"

Eine wahre Begebenheit des 17. Jahrhunderts inspirierte den Dichter Scheffel das Buch über den "Trompeter von Säckingen" zu schreiben.

Franz Werner Kirchhofer (1633 - 1690), ein Säckinger Bürgersohn, während des 30jährigen Krieges geboren, lernte schon als Kind, wohl durch die Beziehungen seines wohlhabenden Elternhauses, die adelige Familie von Schönau kennen. Hier im Schloss wuchs Maria Ursula von Schönau heran, die er trotz heftigem Widerstand deren Brüder um 1657 heiratete. In Säckingen gründeten sie ihren Hausstand und hatten gemeinsam fünf Kinder.

Franz Werner war ein bedeutender Handelskaufmann, Ratsherr und Schulmeister. Zudem war er Leiter des Knabenchores im St. Fridolinsmünster und als solcher sicher sehr musikalisch. Von dem "in gegenseitiger Liebe unvergleichlichen Paar" kündet heute noch das in einer Nische am Münster angebrachte Grabmal. So stellte man sich vor hundert Jahren den Trompeter vor. Die Statue steht auf der Westseite des Schlosses und war ursprünglich ein Entwurf für das grössere Trompeterstandbild des Scheffeldenkmals am Münsterplatz.

Auf der Insel Capri im Golf von Neapel verfasste Scheffel seinen Erstling: den "Trompeter von Säckingen". Die ersten Auflagen wurden noch recht zäh verkauft, doch nach 1870 ging der Verkauf sprunghaft in die Höhe. 1921 erschien die 322. Auflage. Die Generationen jener Zeit verschlangen Scheffels Dichtung.

1852 zog Scheffel nach Italien, nach Rom - um Maler zu werden. Und er war ein talentierter Zeichner und Maler; im Bad Säckinger Trompeterschloss sind einige seiner Werke zu besichtigen. Doch bald führte ihn sein Weg nach Capri, wo er in wenigen Wochen sein Versepos schrieb. Der "Trompeter" wurde sein Meisterstück, die Geschichte zweier Liebender, die nur auf höchst wundersame Weise zusammenfinden können. Werner und die adelige Margareta lernen sich in Säckingen kennen, doch die Standesschrankenverhindern eine Ehe. Nach fünf Jahren der Trennung macht ein verständnisvoller Papst aus Werner Kirchhof einen 'Marchese Camposanto' und damit einen akzeptablen Heiratspartner.

 

"Behüt' Dich Gott ..." - das Trompeterlied

Der Text des berühmten Liedes entstammt Scheffels "Trompeter von Säckingen"; die Melodie komponierte Victor Ernst Nessler für die gleichnamige Oper.

Seit Jahrzehnten ist dieses Lied die Erkennungsmelodie für Bad Säckingen.

Früher empfing ein prachtvoll gekleideter Trompeter die Feriengäste am Bahnhof mit dem Lied. Es ziert sowohl dieBad Säckinger Homepageals auch zahlreiche Schallplatten und CDs.Seit langem ist es Tradition in der Stadt, dass "der" erste Trompeter der Stadtmusik als "Trompeter von Säckingen" auftritt.

 

Trompeterdarsteller - Die Botschafter der Stadt Bad Säckingen

DieSäckinger Stadtmusikstand nach dem Zweiten Weltkrieg vor einem Scherbenhaufen. Sämtliche Musikinstrumente, die in der Hindenburgschule eingelagert waren, wurden von der Besatzungsmacht zerstört. Keine Instrumente mehr! Hilfe in der Not kam von der Firma Berberich - damals die größte Firma in der Stadt. Sie hatte vor dem Krieg eine eigene Blaskapelle. Diese Instrumente überdauerten den Krieg heil und wurden nun der Stadtmusik überlassen. Mit Karl Baumeister als Lehrmeister wurde wieder fleißig geübt, und die ersten Trompeter Eugen Wissler und Max Serazio traten in der Stadt mit ihrem "Behüt' dich Gott" auf. Zur gleichen Zeit wurde von Otto Zumkeller der Trompeter in seiner romantischen Uniform für das Verkehrsamt Säckingen ins Leben gerufen. Als Attraktion für die Feriengäste spielte der Trompeter zum Abschied sein berühmtes Lied. Seither ist es Tradition in der Stadt, dass der erste Trompeter der Stadtmusik bei festlichen Anlässen das Trompeterlied darbietet.

 

Die Oper "Der Trompeter von Säckingen"

Auf dem Höhepunkt der Popularität des "Trompeters" wurde 1884 in Leipzig die Oper "Der Trompeter von Säckingen" uraufgeführt. Komponist war Victor Ernst Nessler; das Libretto verfasste Rudolf Bunge.

 

Trompeter von Säckingen - der Film

1918 begann ein neues Kapitel der Säckinger Trompeter-Geschichte: Der Berliner Filmregisseur Franz Porten kam in die Stadt und drehte mit seinem Team und fast 200 örtlichen Statisten den Stummfilm "Der Trompeter von Säckingen". Auf dieser Seite sehen Sie zahlreiche Ansichtskarten mit Originalmotiven aus dem Film. Wenn Sie auf eines der Vorschaubilder klicken, öffnet sich ein neues Fenster mit einem größeren Bild.

 

Scheffeldenkmal

In Bad Säckingen genießt Scheffel, wie auch in den anderen Städten seines Wirkens - Karlsruhe, Heidelberg, Radolfzell - große Popularität.1875 wurde Scheffel Ehrenbürger von Säckingen, und 1896 begannen die Bestrebungen zur Errichtung eines Denkmals. 1901 wurde auf dem Münsterplatz das Scheffeldenkmal aufgestellt. Es bestand aus einer bronzenen Scheffelbüste auf einem Granitsockel (jetzt im Schlosspark), einem überlebensgroßen, bronzenen Trompeter und einem Brunnen. Das Denkmal schuf der Münchner Bildhauer F. W. Menges. Die Kosten von 25.000 Reichsmark kamen durch Spenden und einen städtischen Zuschuss zusammen. Sogar Kaiser Wilhelm II. und Friedrich I. von Baden hatten gespendet. Bis etwa 1933 war das Denkmal umgeben von einem quadratischen geschmiedeten Zaun. In den 30er Jahren wurde der Zaun entfernt und durch eine großzügige Brunnenanlage ersetzt.1941 fiel das Scheffeldenkmal der Metallspende zum Opfer. Nur die Scheffelbüste konnte gerettet werden. Anlässlich des 100. Geburtstages wurde 1926 in Säckingen ein großes Scheffelfest gefeiert; ein weiteres fand 1976 statt.

 

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